Frauen bei KNX: Gabi Schermuly Wunderlich über die Förderung der nächsten Generation von Frauen im Handwerk

Im Interview mit Katie Rose erzählt Gabi Schermuly Wunderlich, Geschäftsführerin der ArGe Medien im ZVEH, wie der ZVEH den Wandel für eine frauenfreundliche Zukunft der Branche vorantreibt.

KNXtoday: Erzählen Sie uns etwas über den ZVEH und die Rolle, die er in der Elektro- und Technikbranche spielt.

GSW: Der ZVEH, als Bundesinnungsverband, setzt sich aus zwölf Landesverbänden und 313 Innungen zusammen. Der ZVEH vertritt die Interessen von 48.225 Betrieben aus den drei Gewerken Elektrotechnik, Informationstechnik und Elektromechanik. Mit 524.224 Beschäftigten, darunter 46.196 Auszubildende, erwirtschaften die Unternehmen einen Jahresumsatz von 87,8 Milliarden Euro.


Gabi Schermuly Wunderlich.

KNXtoday: Wie, warum und wann ist der ZVEH mit KNX in Verbindung gekommen?

GSW: Der ZVEH ist Mitglied bei KNX Deutschland. Sein Beitritt ist Ausdruck der Partnerschaft zwischen dem Elektrohandwerk und KNX und unterstreicht die Bedeutung von KNX Deutschland als Dialogplattform für alle am Bau und Betrieb von Gebäuden Beteiligten.

Der Austausch findet auf vielen Ebenen statt: So haben wir kürzlich gemeinsam einen KNX-Gipfel veranstaltet, und KNX spielt eine wichtige Rolle bei unserem Messeauftritt im E-Haus Smart Home. Zusammen mit unserem Start-up MDA (Mixed Data Agency) haben wir den KNX Smart Home Planner entwickelt, der die Konfiguration eines intelligenten Hauses sowohl für Verbraucher als auch für E-Handelsunternehmen wesentlich erleichtert.

KNXtoday: KNX ist Partner des beeindruckenden E-Hauses des ZVEH, das kürzlich auf der Light + Building in Frankfurt und der IFA in Berlin ausgestellt wurde. Was ist das E-Haus und wo wird es als nächstes ausstellen?

GSW: Das E-Haus zeigt, wie sich Verbraucherkomfort mit nachhaltigen Lösungen für Energieverbrauch und -kosten verbinden lässt. Es zeigt praktische Beispiele für intelligent vernetzte Technik für nachhaltiges, sicheres und assistiertes Wohnen im Haus, demonstriert in Küche, Bad, Schlafzimmer, Wohn- und Versorgungsbereich. Außerdem wird gezeigt, wie Energie durch die Koordination von Haushalts- und Küchengeräten, Wärmepumpen, Infrarotheizungen, Batteriespeichern und Ladestationen gesteuert werden kann und wie die Steuerung vor unbefugtem Zugriff geschützt werden kann. Im Jahr 2025 ist das E-Haus auf drei Messen zu erleben, nämlich im Februar auf der Elektrotechnik in Dortmund, im März auf der Eltefa in Stuttgart und im Mai auf der Eltec in Nürnberg.


Das E-Haus verfügt über ein beeindruckendes Spektrum an Technik für Komfort und Nachhaltigkeit, die alle auf einem KNX-Backbone basieren.

KNXtoday: Wie ist der ZVEH Vorreiter für mehr Nachhaltigkeit in der Branche?

GSW: Ob durch die Verbesserung der Energieeffizienz in Gebäuden, die Einbindung erneuerbarer Energien in ein intelligentes Energiemanagement und die Installation, die Wartung und Instandhaltung innovativer Technologien im Bereich der Elektromobilität, die vielfältigen Tätigkeiten des Elektrohandwerks stehen in engem Zusammenhang mit Energienutzung und Umwelt.

Der ressourcenschonende Umgang mit Energie spielt für Fachbetriebe eine wichtige Rolle, sowohl im Tagesgeschäft als auch bei der Erbringung von Dienstleistungen für ihre Kunden. Damit leistet das Elektrohandwerk einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Gestaltung des Megaprojekts Energiewende, das die Erzeugung und Verteilung von kohlenstoffarmer Energie zur Begrenzung des Klimawandels zum Ziel hat.

KNXheute: Drei Mitglieder des ZVEH-Teams, Gabi Schermuly-Wunderlich, Verena Anthes und Maren Cornils, waren an der Gründung von Women in KNX beteiligt - erzählen Sie uns von Ihrem Engagement und Ihren Hoffnungen für die Initiative.

GSW: Der ZVEH freut sich, die von Katja Schuster gegründete Initiative Women in KNX als Plattform für Frauen in der Gebäudetechnik zum Netzwerken und zum Gedankenaustausch zu unterstützen. Unsere Branche bietet spannende Herausforderungen und wir müssen Ingenieurinnen in diesem Bereich inspirieren und unterstützen.

Die Idee, Frauen eine eigene Organisation innerhalb von KNX anzubieten, wurde mit der Geschäftsführerin von ElektroWirtschaft und BusSysteme, Annika Egloff-Schönen, Kornelia Katzenmeier und der Influencerin Sandra Gallner entwickelt. Nach einem Treffen im ZVEH wurde Women in KNX auf der Messe Light + Building 2024 ins Leben gerufen.


Gründungsmitglieder von Women in KNX treffen sich im ZVEH, (v.l.n.r.) Maren Cornils, Katja Schuster, Kornelia Katzenmeier, Sandra Gallner, Verena Anthes, Annika Egloff-Schoenen, und Gabi Schermuly-Wunderlich (Bildrechte: ZVEH).

Der Start von Women in KNX auf der Light + Building 2024, (L-R) Gabi Schermuly-Wunderlich, Katja Schuster, Sandra Gallner, Christina Geier und Kathrin Aehling.

KNXtoday: Wie setzt sich der ZVEH für die Förderung und Erhöhung des Frauenanteils im Handwerk ein?

GSW: In erster Linie geht es um die nächste Generation. Gemeinsam mit unseren jungen E-Influencern führen wir Social-Media-Kampagnen zu Anlässen wie dem Girls Day durch, um das Bewusstsein für Frauen im Elektrohandwerk zu schärfen. Wir unterstützen junge weibliche Handwerksmeister, stellen mit den ELMAR-Meisterstipendien bewährte Verfahren vor und fördern weibliche Vorstandsmitglieder. Frauen in KNX hilft der gesamten Elektrobranche, sich für Frauen einzusetzen, und wir sind sehr stolz darauf.

Gabi Schermuly Wunderlich ist die Geschäftsführerin der ArGe Medien im ZVEH.

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